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Zusammengerückt für Brayan

Familie Kloß mit Brayan aus Mexiko

Wir, das sind Thyl-Ruben (14), Clara-Lea (12) und ich, Astrid (44), waren Tage – nein Wochen, bevor Brayan kam, sehr aufgeregt. Werden wir uns mögen? Wird ihm unser Leben gefallen? Wird er sich einfügen? Freunde finden? Werden einige seiner Wünsche in Erfüllung gehen?

Und dann standen wir uns auf dem Bahnsteig gegenüber, völlig fremd, aber mit viel Hoffnung und gutem Willen zusammenzuwachsen! Am 29. August begann dann ein wunderbares Jahr für uns alle! Brayan war offen, freundlich, neugierig, interessiert an uns, an Hildesheim, Niedersachsen, Deutschland und Europa, und wir wollten alles über ihn und Mexiko wissen.

Deutsches Schulsystem und die kleinen Freiheiten – für Brayan ein Genuss

Er kam in die 11. Klasse der Robert-Bosch-Gesamtschule, wo er von zehn Mitschülern empfangen und ins deutsche Schulwesen eingeführt wurde. Brayan faszinierte die freundliche Atmosphäre in der Schule, ohne Strafen und Druck wie in Mexiko. Und dabei lernte man sogar was – auf jeden Fall Doppelkopf in der Pause!

In Mexiko darf man nicht allein unterwegs sein, aus Sicherheitsgründen. Die Freiheit war Brayans größter Genuss. Mit dem Fahrrad zum Fußball, in die Stadt oder zur Schule - alles kein Problem und man überlebte sogar unbeschadet.

Besonders toll war der schneereiche Winter, mit Schlittenfahren hinterm Haus, Eiszapfen und Schnee, der bis zur Hüfte reichte. Eine lustige Geschichte war, als Thyl-Ruben Brayan empfahl, seine Zunge an den Laternenpfahl zu drücken – bei minus 15 Grad! Beide klebten fest und kamen kaum mehr los.

Unser Hammerausflug war eine Fahrradtour um Hannover, 100 km an einem Tag! Clara-Lea kam gar nicht erst mit, Thyl-Ruben schwor, nie mehr so verrückt zu sein und auf meine Vorschläge zu hören, nur Brayan, der in Mexiko fast nie Fahrrad fuhr, hielt super durch. Wir haben in diesem Jahr schon mehr unternommen als sonst, aber es war genau so richtig, denn wir haben auch viel dazu gewonnen.

Das YFU-Mittelseminar als Highlight für die zwei Gastbrüder

Die Infos und Tipps von YFU haben uns immer im richtigen Moment erreicht und geholfen:

den „Gast" als Familienmitglied zu behandeln und nicht als Gast,nicht ständig Ausflüge planen zu müssen undein Gefühl für die Phasen des Austauschjahres für und mit Brayan zu bekommen.

Ein Highlight war das Mittelseminar, wo beide Jungs in München waren. Sie kamen glücklich und mit vielen Erfahrungen, Freunden aus der ganzen Welt und Selbstbewusstsein zurück.

Das Jahr verging sooooo schnell!!! Brayan spricht sehr gut Deutsch – wie schnell das ging! Die letzten drei Monate fuhr er häufig mit Bahn und Bus durch Deutschland, um Freunde zu besuchen: Es gab noch so viel zu sehen, doch die Zeit verging.

Eine Lücke bleibt

Der Abschied war unendlich traurig! Unsere Familie ist zusammengerückt, um für ihn Platz in unserer Mitte zu schaffen. Und als er ging, blieb eine Lücke zurück. Mein mexikanischer Sohn ging – hoffentlich nicht für immer. Ein großer Trost war, dass Thyl-Ruben anschließend für vier Wochen Gast bei Brayan in Mexiko sein konnte, wo er dankbar in seiner Familie aufgenommen wurde.

Unsere beiden Familien sind noch immer eng verbunden. Jeden Tag denke ich an Brayan, bei Gelegenheit skypen und chatten wir miteinander.

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!

Winterliche Experimente

Die Aussicht genießen

Ein tolles Team

Stadtrundfahrt

Wohlverdiente Rast auf der Fahrradtour