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Ein besonderes Austauschjahr

Familie Rennekamp, Gastfamilie von Hindrik aus Estland

Unser dritter Gastsohn Hindrik kam aus der schönen Stadt Tallinn aus Estland zu uns. Nach der Orientierungswoche im August 2019 haben wir ihn aus Lauenburg mit dem Auto abgeholt. Schon während der einstündigen Fahrt in unser Heimatdorf haben wir uns gut verständigen können, was daran lag, dass Hindrik in Estland auf einer deutschen Schule bereits gute Sprachkenntnisse erwerben konnte. Die Chemie stimmte auf Anhieb und nach ein paar Tagen war es so, als wenn Hindrik schon immer zur Familie gehört hätte. Er war selbständig, neugierig und konnte sich für alles begeistern. Wir lernten seinen Musikgeschmack lieben und manchmal auch hassen und haben jede Menge estnische Wörter gelernt. Besonders seine jüngere Gastschwester konnte sich für diese Sprache begeistern und war auch durchaus in der Lage, diese Worte auszusprechen. Die estnische Kultur ist wirklich interessant und Hindrik hat uns viel erzählt.

 

Ausflüge und Highlights

Es war eine Menge los in diesem Jahr: Das Oktoberfest in München war ebenso ein Highlight für die ganze Familie wie der Ausflug Ende Januar nach Brandenburg ins Tropical Island.

Im Februar ging es für ihn nach München zum Mittelseminar. Mit dabei war seine große Gastschwester und kaum waren sie wieder zu Hause ging es für beide am nächsten Tag auf eine einwöchige Schulfreizeit nach England. Ein Gastschüler als Gastschüler in Großbritannien und er fand es großartig.

 

Die Corona-Pandemie

Und dann? Ja dann kam die Corona-Pandemie. Schleichend und immer bedrohlicher. Am 13. März 2020 kam es zum 1. Lockdown und die Schulen wurden geschlossen. Kurze Zeit später kam die Info, dass die Gastschüler zurück in die Heimat müssten. Hindrik wollte nicht zurück; er hatte so hart für dieses Austauschjahr gekämpft. Er hatte ein Stipendium und Sponsoren gefunden, die es ihm erst möglich gemacht haben. Da wir in sehr gutem Kontakt mit seinen Eltern standen, haben wir schnell reagiert und beide Familien waren einverstanden, dass wir das Risiko gemeinsam tragen. Hindrik durfte bleiben. YFU hat uns dabei unterstützt und wir haben es nie bereut.

 

Wandern und Homeschooling

Der Lockdown war für uns als Familie kein großes Problem. Wir haben ein neues Hobby entdeckt und sind nun gewandert. In der Lüneburger Heide, im Harz, auf dem Deister. Norddeutschland hat doch so einiges zu bieten. Homeschooling war auch kein Problem für Hindrik und er hat das Schuljahr problemlos bestanden. Als es im Juni mit der Pandemie kurzzeitig besser wurde, haben wir ihm zum Abschied seinen großen Traum erfüllt und sind mit ihm für drei Tage in die Alpen gefahren. In Estland gibt es keine Berge und auch, wenn wir die Zugspitze nicht gesehen haben, der Watzmann hat ihn schwer beeindruckt. Und weil wir falsch abgebogen sind, war er auch kurz in Österreich und hat sich Salzburg angesehen. Der Abschied Ende Juni fiel uns sehr schwer, aber wir wissen, wir werden uns wiedersehen, sobald das Reisen wieder möglich ist.