Ihr Kind im Austausch

Ihr Kind möchte ein (halbes) Schuljahr im Ausland verbringen – damit ergeben sich auch für Sie als Eltern viele neue Fragen und möglicherweise auch einige Bedenken und Sorgen. Hier möchten wir Ihnen Antworten auf einige der häufigsten Fragen von Eltern geben und Ihnen zeigen, wie YFU Sie durch das Austauschprogramm begleitet. Denn auch Sie als Eltern werden sich durch das Austauschjahr oder -halbjahr Ihres Kindes mit einer anderen Kultur befassen und viele neue Erfahrungen machen. YFU versteht Eltern daher ebenfalls als Austauschteilnehmer.

 

Wir haben Ihnen wichtige Informationen über YFU sowie unsere Prinzipien übersichtlich zusammengestellt. Für alle Fragen, die auf diesen Seiten unbeantwortet bleiben, stehen wir Ihnen gern persönlich zur Verfügung. Sie erreichen uns in unserer Hamburger Geschäftsstelle unter der Telefonnummer 040 227002-0 oder per E-Mail an info@yfu.de. Außerdem sind wir auf verschiedenen Infoveranstaltungen (siehe Startseite) in ganz Deutschland vertreten.

 

Ansprechpartner für Ihre Fragen

 

Wie fühlt es sich an, wenn das Kind für einen längeren Zeitraum im Ausland ist? Fragen Sie andere Eltern von ehemaligen YFU-Teilnehmerinnen und Teilnehmern! Unsere Ehrenamtlichen teilen ihre Erfahrungen gerne mit Ihnen:

  

Ines (Söhne 2014/15 in den USA bzw. 2016/17 in Norwegen): ines.hintz(at)yfu-deutschland.de

 

Susanne (Töchter 2013/14 in Chile bzw. 2015/16 in Uruguay): susanne.nussberger(at)yfu-deutschland.de

 

Karin (Tochter 2009/10 und Sohn 2013/14 in den USA): karin.eismann(at)yfu-deutschland.de

 

Esther (Sohn 2010/11 in Costa Rica und Tochter 2012/13 in den USA): esther.seyfried(at)yfu-deutschland.de

 

Iris (Sohn 2009/10 in Finnland): iris.heumann(at)yfu-deutschland.de

 

Ursula (Sohn 2006/07 in den USA): ursula.spellerberg(at)yfu-deutschland.de

 

Eine besondere Situation entsteht, wenn ehemalige YFU-Teilnehmer viele Jahre später ihr eigenes Kind selbst ins Ausland gehen lassen. Wie sich das anfühlt, beschreibt Claudia Schievelbein in einem Brief anlässlich unseres 60-jährigen Jubiläums im Jahr 2017.

"Bleibt alles anders" – ein Brief von Claudia Schievelbein

Wie fühlt es sich für ehemalige YFU-Austauschschüler an, wenn viele Jahre später das eigene Kind ins Ausland geht? Anlässlich unseres 60-jährigen YFU-Jubiläums haben wir einen tollen Brief bekommen:

 

Herzlichen Glückwunsch zum 60-jährigen Jubiläum YFU! Ein paar Tage nach dem großen Jubiläumsfest kommt mein ältester Sohn aus seinem Jahr mit YFU  zurück aus Michigan in den USA. Ich bin so gespannt, was er erlebt hat. Viel haben wir bisher noch nicht von ihm gehört, ein gutes Zeichen. Ein Jahr liegt dann hinter ihm - in einer Familie, die ganz schnell seine war. Mom war Mom, spätestens als er sich nach zwei Wochen dort die Nase gebrochen hatte. Dort hat er vier ältere Geschwister, hier ist er der Älteste von vieren. Er wird größer wieder kommen - nicht nur körperlich. Das wenige, was wir gehört haben, war Glück über die Möglichkeit, vollständig in die andere Kultur einzutauchen, mit echter Familie und echten Freunden. So hab ich es ihm gewünscht, ohne selbst etwas daran machen zu können. Das ist eine Herausforderung als Mutter, die viele Jahre versucht hat ihr Kind glücklich zu machen. Loslassen, andere machen lassen, ihn selbst machen lassen. Wenn er in den nächsten Tagen wieder kommt, freuen wir alle uns hier, ich freue mich auf ihn. Und gleichzeitig fürchte ich auch seine Rückkehr. Nichts wird mehr so sein wie vorher.

 

Als YFU vierzig Jahre alt wurde, flog ich im Sommer 1987 in mein Jahr mit YFU in die USA, nach Kalifornien. Es war mein Traum, eigentlich unereichbar für eine 16-jährige Tochter einer alleinerziehenden Krankenschwester „nur“ mit dem Realschulabschluss in der Tasche. Wenn ich nicht in einer Ecke des schwarzen Bretts meiner Schule das Faltblatt zum damals noch recht neuen Parlamentarischen Patenschaftsprogramm gefunden hätte, wäre mein Leben ein anderes geworden. Meine Mutter bestärkte mich, auch wenn sie wahrscheinlich viel mehr als ich damals schon ahnte, wie sehr ich sie eigentlich alleine ließ. Ich verließ sie, als ich weg flog und verließ sie wieder als ich wieder kam. Meine Welt - oder die von der ich dachte, sie wäre für mich vorgesehen - war mir in Kalifornien zu klein geworden. Ich war dort eine andere geworden. Potentiale, die hier vielleicht nie geweckt worden wären, ließen nun Begehrlichkeiten erwachsen. Wieder zurück, machte ich zwar noch die geplanten Ausbildung, dann aber auch mein Fachabitur und ein Studium.

 

Mit der Reise in die Welt, wird die eigene größer, auch heute noch, da bin ich mir sicher. Damals bin ich das erste mal mit einem Flugzeug geflogen, als ich in Frankfurt ein und San Francisco ausstieg. Für meinen Sohn ist fliegen eine zwar nicht alltägliche, aber keine unbekannte Fortbewegungsart - weniger aufgeregt als ich, war er glaube ich dennoch nicht. Ich bin damals in eine Familie mit sowohl deutschen als auch mexikanischen Wurzeln gekommen und konnte dort ebenso vollständig eintauchen wie mein Sohn heute in seine Familie. Er, wie ich auch, trafen Menschen aus komplett anderen Lebenszusammenhängen, vor allem trafen wir Freunde. Ich habe mir gewünscht, dass mein Sohn seine Entscheidung, ob und wo er ein Auslandsjahr verbringen will, unabhängig von meiner trifft. Und doch habe ich mit gefreut, als er beschloss, ein Jahr die USA zu gehen. Ich glaube, um zu verstehen, was auf der Welt geschieht, ist es nicht unwichtig zu erleben, wie Amerikaner ticken. Mir hat es geholfen und ist Teil meiner politischen Sensibilisierung. Der Glaube an Demokratie, Frieden und Völkerverständigung ist heute wichtiger denn je, dies- und jenseits des Atlantiks. Wir alle sind aufgefordert daran festzuhalten. Festhalten und loslassen sind die zentralen Punkte meines Austauschjahres gewesen und auch die meines Sohnes. Er wird wieder kommen und ein anderer Mensch sein - und auch doch nicht. Danke, YFU!

 

- Claudia Schievelbein -

Häufige Fragen von Eltern

Interessiert sich das eigene Kind für ein Austauschjahr oder -halbjahr, haben Eltern viele Fragen. Hier haben wir die häufigsten Fragen und unsere Antworten zusammengestellt. Kontaktieren Sie uns zu diesen und allen weiteren Fragen gern auch persönlich!

Warum sollte mein Kind ein Austauschjahr oder -halbjahr machen?

In einem (halben) Schuljahr im Ausland sammelt Ihr Kind einmalige Erfahrungen, von denen es ein Leben lang profitieren kann. Durch das Leben in einer anderen Kultur und einer völlig neuen Umgebung lernt es ganz neue Perspektiven auf die Welt kennen. Diese interkulturellen Erfahrungen können das Leben Ihres Kindes sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich nachhaltig bereichern. Gerade die Altersspanne zwischen 15 und 18 Jahren ist für Auslandserfahrungen besonders gut geeignet: Jugendliche sind einerseits schon alt genug für die Herausforderungen im Austausch und andererseits noch offen und flexibel genug, um sich wirklich auf neue Gegebenheiten einlassen zu können. Durch ihr Austauschjahr oder -halbjahr lernen sie sich mit allen Stärken und Schwächen besser kennen und werden selbstständiger, selbstsicherer und verantwortungsbewusster.
Neben der großen persönlichen Weiterentwicklung ist natürlich auch der Erwerb neuer Fremdsprachenkenntnisse einer der vielen Vorteile eines Austauschprogramms.

Wann ist mein Kind reif genug für ein Austauschprogramm?

Austauschschüler sind heute im Schnitt etwas jünger als früher (unter anderem aufgrund der verkürzten gymnasialen Schulzeit), und auch mit diesen jüngeren Schülern machen wir insgesamt sehr gute Erfahrungen. Es kann jedoch individuell sehr unterschiedlich sein, ob man schon mit 15 bereit ist, ein (halbes) Jahr fern von Familie und vertrauten Freunden zu verbringen, oder ob man eher mit 16 oder gar 17 darüber nachdenken sollte. YFU ist es daher sehr wichtig, alle Bewerber bei unseren Auswahlgesprächen persönlich kennenzulernen. Unsere erfahrenen Auswahlleiter können gut einschätzen, wer für die Herausforderung Austausch geeignet ist und für wen das Vorhaben vielleicht (zurzeit noch) eine Überforderung darstellen könnte. Insofern sind unsere Auswahlgespräche vor allem auch Ausdruck unseres Verantwortungsgefühls gegenüber unseren Bewerbern.

 

Ganz wichtig ist es, dass der Wunsch ins Ausland zu gehen ganz klar von Ihrem Kind selbst kommt und ihm nicht durch Außenstehende vorgegeben wird. Es sollte außerdem ein gewisses Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl mitbringen. Natürlich ist es auch wichtig, dass es offen gegenüber Neuem ist.

Welches Land sollte mein Kind wählen?

YFU ist überzeugt, dass der Erfolg eines Austauschprogramms nicht von dem gewählten Gastland abhängt. Ein Austauschjahr oder -halbjahr ist überall gleichermaßen bereichernd und wertvoll. Denn während eines Austausches lernt Ihr Kind viel mehr als eine neue Sprache. Wir empfehlen Ihnen und Ihrem Kind daher, sich nicht vorab auf eine bestimmte Sprache festzulegen. Spätere Arbeitgeber bewerten zum Beispiel oft sehr positiv, wenn jemand bereits durch ein ungewöhnliches Austauschland Individualität und Offenheit bewiesen hat. Die häufig gewünschte Verbesserung der Englischkenntnisse tritt übrigens auch in vielen nicht-englischsprachigen Austauschländern ein, da Englisch anfangs oft als Hilfssprache verwendet wird. Nach dieser Anfangszeit finden sich die meisten Jugendlichen aber auch in vermeintlich schwierige Sprachen relativ schnell ein.

 

Letztendlich sollte Ihr Kind sich vor allem von persönlichen Interessen und ein wenig Bauchgefühl leiten lassen.

 

Manche Länder verlangen den Jugendlichen aufgrund einer sehr unterschiedlichen Kultur eine besonders hohe Anpassungsleistung ab. Gerade bei Bewerbungen für solche Länder werden unsere Auswahlleiter sehr aufmerksam prüfen, ob der Bewerber oder die Bewerberin für das betreffende Land geeignet ist oder ob wir ihm/ihr gegebenenfalls eher ein anderes Land empfehlen würden.

 

Grundsätzlich sind die Chancen auf einen Programmplatz bei YFU umso höher, für je mehr Länder Ihr Kind sich bewirbt.

Muss mein Kind die Sprache schon vor der Abreise können?

Generell sollten alle Austauschschüler versuchen, zumindest Grundzüge der Sprache vorab selbstständig zu lernen. Für einige Länder sind erste Kenntnisse der Landessprache bei der Einreise sogar zwingend erforderlich (z.B. USA, Frankreich, Russland). In vielen anderen Gastländern bieten unsere Partnerorganisationen bei Ankunft der Schüler einen Sprachkurs an. Für die Anfangszeit wird häufig auch Englisch als Hilfssprache verwendet.

Wie sieht eine typische Gastfamilie aus?

Eine typische Gastfamilie gibt es nicht: Unsere Gastfamilien bestehen manchmal aus Paaren mit vielen und manchmal mit gar keinen Kinder, sind alleinstehend oder alleinerziehend, leben in gleichgeschlechtlichen Beziehungen usw. Manche Gastfamilien entscheiden sich, zwei Austauschschüler gleichzeitig aufzunehmen (Voraussetzung dafür ist, dass die Schüler unterschiedliche Muttersprachen haben), manche leben in der Stadt, andere auf dem Land. Kurzum: Unsere Gastfamilien sind so unterschiedlich wie unsere Austauschschüler auch. Jeder, der bereit ist, sein Heim und Herz ein (halbes) Jahr lang für einen Austauschschüler zu öffnen, wird von einem Mitarbeiter unserer Partnerorganisation persönlich besucht und die Eignung als Gastfamilie überprüft.

Haben wir einen Einfluss darauf, wo unser Kind wohnen wird?

Unsere Gastfamilien nehmen die Austauschschüler aus Interesse am interkulturellen Austausch auf. Deswegen können wir Gastfamilien nicht einfach „buchen“, sondern sind darauf angewiesen, dass sie sich freiwillig melden – egal aus welcher Region. Gastfamilie und Schülerin oder Schüler sollten möglichst gut zusammenpassen – deshalb ist für uns eine zwischenmenschlich passende Zuordnung viel wichtiger als die Wahl einer bestimmten Region. Ganz grundsätzlich erwarten wir von unseren Austauschschülern Offenheit – gegenüber der neuen Kultur, dem Alltag im Gastland und auch der Region, in der die Gastfamilie lebt.

Kann ich mein Kind im Austauschprogramm besuchen oder auf anderen Wegen Kontakt halten?

Ein Austauschschüler sollte während des laufenden Austauschprogramms keinen Besuch von zu Hause erhalten. Um sich wirklich im Gastland integrieren zu können, sollte ihr Kind sich voll und ganz auf die neue Umgebung konzentrieren können. Ihr Kind baut sich im Austauschprogramm ein zweites Zuhause auf – mit neuen Freunden, dem Leben in einer anderen Familie und anderen Alltagsgewohnheiten. Ein Besuch aus seiner eigentlichen Heimat kann diesen Prozess sehr stören, da ihr Kind sich „zwischen den Stühlen" fühlen und sich weder auf Sie noch auf die Personen im neuen Umfeld wirklich einlassen kann. Eine schöne Möglichkeit, Gastfamilie und Gastland selbst kennenzulernen ist es, Ihr Kind einige Zeit nach dem Ende des Austauschprogramms bei einem Wiedersehens-Besuch zu begleiten.

 

Aus den oben genannten Gründen empfiehlt es sich auch, andere Kontakte (z. B. Telefon, Skype, E-Mail) auf ein gewisses Maß zu beschränken. Natürlich können Sie Kontakt mit ihrem Kind halten, aber auch hier gilt: Ihr Kind sollte seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf seinen neuen Alltag richten und nicht durch einen zu starken Kontakt nach Hause zu häufig aus dem Eingewöhnungsprozess und den neuen Strukturen herausgerissen werden.

Was passiert, wenn mein Kind im Austauschprogramm Probleme hat?

Eines der Ziele im YFU-Austauschprogramm ist es, an Herausforderungen zu wachsen, die unter anderem im Zusammenleben mit der Gastfamilie auftreten können. Bei möglichen Fragen oder Problemen, die nicht selbst gelöst werden können, kann sich Ihr Kind jederzeit an die Mitarbeiter der jeweiligen YFU-Geschäftsstelle oder den persönlichen Betreuer wenden. Denn jeder Austauschschüler hat einen YFU-Betreuer, der ihn und die Gastfamilie persönlich kennt und in der Nähe wohnt. Häufig können Missverständnisse und Schwierigkeiten – zum Beispiel mit der Gastfamilie – bereits durch ein offenes Gespräch gemeinsam mit dem Betreuer geklärt werden. Sollten Ihr Kind und seine Gastfamilie trotz der Bemühungen um verbesserte Verständigung nicht miteinander zurechtkommen, besteht auch die Möglichkeit, die Gastfamilie zu wechseln. In  diesen Fällen sucht YFU eine neue Gastfamilie für Ihr Kind.

 

Selbstverständlich haben auch Sie als Eltern hier in Deutschland Ansprechpartner, an die Sie sich während des Austausches mit allen Fragen wenden können. In unserer Geschäftsstelle gibt es ein Betreuungsteam, das speziell für die Anliegen von Eltern da ist und mit der Partnerorganisation im Gastland in ständigem Kontakt steht. Vorrangiges Ziel ist es, dass mögliche Probleme im Austauschprogramm direkt vor Ort gelöst werden. Sie erhalten aber auch eine Notrufnummer, über die sie die Mitarbeiter unserer Geschäftsstelle im Notfall rund um die Uhr erreichen können.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Betreuung Ihres Kindes im Gastland.

Kann mein Kind sich das Austauschjahr zu Hause anrechnen lassen?

In den meisten Fällen ist es grundsätzlich möglich, sich das Austauschjahr in Absprache mit der Schule anrechnen zu lassen. Die genauen Regeln variieren aber von Bundesland zu Bundesland. Aktuelle Informationen bietet der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA). Hier geht es zur Informationsseite des AJA, auf dem auch bundeslandspezifische Infoblätter heruntergeladen werden können.

 

Viele Jugendliche entscheiden sich aber auch, ihr Austauschjahr als zusätzliches Schuljahr einzuschieben. Das hat den Vorteil, dass man im Austauschjahr nicht an mögliche Vorgaben der Heimatschule hinsichtlich der Fächerbelegung und Leistungen gebunden ist und sich dadurch mehr Freiraum schafft. Auch das Wiedereinfinden in den Schulstoff in der Heimat ist natürlich leichter. Ein Austauschjahr ist in keinem Fall ein verlorenes Jahr, da Ihr Kind dabei so viele Neues lernt und Erfahrungen sammelt, die es zu Hause nie hätte machen können.

 

Erfahren Sie hier, welches Schuljahr sich am besten für ein Austauschjahr eignet.

Beeinträchtigt ein Austauschprogramm die schulischen Leistungen?

Die meisten Austauschschüler finden nach dem Austauschprogramm wieder einen guten Anschluss im Schulalltag zu Hause, selbst wenn sie eine Klasse übersprungen haben. In Fächern wie Mathe bietet es sich ggf. an, einige Nachhilfestunden zu belegen, um verpassten Stoff nachzuholen. Studien haben aber gezeigt, dass viele Austauschschüler ihre Noten nach der Rückkehr sogar verbessern. Mögliche Gründe dafür sind, dass die Jugendlichen durch ihre Austauscherfahrung mehr Ehrgeiz entwickelt und ihre eigenen Stärken und Schwächen besser kennengelernt haben und Herausforderungen selbstbewusster entgegentreten.

Kann mein Kind im Austauschprogramm bestimmte Fächer (weiter) belegen?

Wir können nicht garantieren, dass alle in Deutschland belegten Fächer (z.B. bestimmte Fremdsprachen) auch an der Schule im Gastland angeboten werden. Selbst wenn sie angeboten werden, können Lehrpläne aufgrund der unterschiedlichen Schulsysteme deutlich voneinander abweichen. So kann man in den meisten Fällen nicht davon ausgehen, dass der Stoff nahtlos an den Unterricht in Deutschland anknüpft.

 

Der Bildungswert eines Austauschprogramms liegt in unseren Augen aber nicht in erster Linie in bestimmten schulischen Inhalten, sondern in den vielen neuen Erfahrungen in einer anderen Kultur. Darüber hinaus kommt es häufig vor, dass Schülerinnen und Schüler durch gänzlich neue Fächer im Gastland ein neues Interesse entdecken, das auch einen Einfluss auf die spätere Berufswahl haben kann.

Wie ist mein Kind im Austauschprogramm versichert?

Der YFU-Programmbeitrag beinhaltet eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für das jeweilige Gastland. Eine Ausnahme sind die meisten europäischen Länder, da hier in der Regel der eigene, ohnehin schon vorhandene Versicherungsschutz ausreicht. Hier finden Sie weitere Informationen zur Versicherung im Austauschprogramm.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Damit das Austauschprogramm nicht von der finanziellen Situation der Familie abhängt, vergibt YFU jährlich rund 300 einkommensabhängige Stipendien. Diese Stipendien sind nicht an schulische Leistungen gekoppelt, sondern richten sich allein nach dem finanziellen Förderbedarf. Wenn Sie ein YFU-Stipendium beantragen möchten, müssen Sie dies bereits in der Bewerbung Ihres Kindes angeben. Wenn Ihr Kind von uns eine Zusage erhalten hat, beginnt das eigentliche Stipendienverfahren, in dem wir auch Ihre finanzielle Situation erfragen. Ein Stipendienantrag hat keinerlei negativen Einfluss auf die Auswahlchancen Ihres Kindes!

 

Weitere sehr gute Finanzierungsmöglichkeiten sind das Schüler-Auslands-BAföG sowie die Förderung der Hamburger Schulbehörde (letzteres nur für Jugendliche aus Hamburg).

Angebote für Eltern

Elterntreffen und Informationen


YFU organisiert zwar in erster Linie ein Austauschprogramm für Schülerinnen und Schüler, am Austauscherlebnis sind aber noch viele weitere Personen beteiligt, allen voran Sie als Eltern. Deshalb sind auch Sie Programmteilnehmer für uns. Zwischen der Auswahl und der Abreise schicken wir Ihnen umfangreiche Informationen zu, in denen Sie immer rechtzeitig erfahren, welche organisatorischen Schritte wann nötig sind. Zusätzlich bieten die ehrenamtlichen YFU-Mitarbeiter meist einige Wochen vor Abreise eine regionale Informationsveranstaltung für Eltern an. Es werden dort u.a. praktische Dinge wie z.B. „Welches Gastgeschenk ist sinnvoll?“ und „Wie viel Kontakt ist während des Austausches empfehlenswert?“ besprochen und in der Regel berichten frühere Austauschschülerinnen und -schüler über ihre Erfahrungen. Auch nach der Abreise Ihres Kindes bekommen Sie regelmäßig Informationen, zum Beispiel über einen Newsletter zu verschiedenen Themen rund um die Phase, in der sich Ihr Kind im Ausland gerade befindet. In vielen Regionen finden darüber hinaus Veranstaltungen wie Elternstammtische und Halbjahrestreffen statt. Natürlich erreichen Sie unsere Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle auch jederzeit telefonisch.

 

Gastfamilie werden


Sie sind außerdem herzlich eingeladen, Ihr ganz eigenes Austauschjahr zu erleben! Denn YFU empfängt jährlich auch rund 600 Jugendliche aus 50 Ländern als Austauschschülerinnen und -schüler in Deutschland. Für sie suchen wir laufend interessierte und offene Familien, die einen der Jugendlichen für ein Jahr bei sich aufnehmen. Da YFU keinen direkten Austausch organisiert, sind Sie nicht verpflichtet, Gastfamilie zu werden. Trotzdem funktionieren unsere Austauschprogramme nur, wenn sich auf allen Seiten ausreichend gastfreundliche Familien finden. Wir freuen uns daher sehr, wenn die Eltern unserer Austauschschüler ihrerseits einem jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit bieten. Als Gastfamilie lernen Sie eine andere Kultur in den eigenen vier Wänden kennen und bereichern Ihr Familienleben um ein neues, internationales Familienmitglied. Durch die Aufnahme eines Austauschschülers können Sie außerdem die Erlebnisse Ihres eigenen Kindes im Ausland viel besser nachvollziehen, und der zeitweilig frei gewordene Platz wird sinnvoll genutzt. Hier finden Sie weitere Informationen zu unserem Gastfamilienprogramm.