Austauschschülerin in Indien

Häufige Fragen von Eltern

Interessiert sich das eigene Kind für ein Austauschjahr oder -halbjahr, haben Eltern viele Fragen. Hier haben wir die häufigsten Fragen und unsere Antworten zusammengestellt. Kontaktieren Sie uns zu diesen und allen weiteren Fragen gern auch persönlich!

Warum sollte mein Kind ein Austauschjahr oder -halbjahr machen?

In einem (halben) Schuljahr im Ausland sammelt Ihr Kind einmalige Erfahrungen, von denen es ein Leben lang profitieren kann. Durch das Leben in einer anderen Kultur und einer völlig neuen Umgebung lernt es ganz neue Perspektiven auf die Welt kennen. Diese interkulturellen Erfahrungen können das Leben Ihres Kindes sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich nachhaltig bereichern. Gerade die Altersspanne zwischen 15 und 18 Jahren ist für Auslandserfahrungen besonders gut geeignet: Jugendliche sind einerseits schon alt genug für die Herausforderungen im Austausch und andererseits noch offen und flexibel genug, um sich wirklich auf neue Gegebenheiten einlassen zu können. Durch ihr Austauschjahr oder -halbjahr lernen sie sich mit allen Stärken und Schwächen besser kennen und werden selbstständiger, selbstsicherer und verantwortungsbewusster.
Neben der großen persönlichen Weiterentwicklung ist natürlich auch der Erwerb neuer Fremdsprachenkenntnisse einer der vielen Vorteile eines Austauschprogramms.

Wann ist mein Kind reif genug für ein Austauschprogramm?

Austauschschüler sind heute im Schnitt etwas jünger als früher (unter anderem aufgrund der verkürzten gymnasialen Schulzeit), und auch mit diesen jüngeren Schülern machen wir insgesamt sehr gute Erfahrungen. Es kann jedoch individuell sehr unterschiedlich sein, ob man schon mit 15 bereit ist, ein (halbes) Jahr fern von Familie und vertrauten Freunden zu verbringen, oder ob man eher mit 16 oder gar 17 darüber nachdenken sollte. YFU ist es daher sehr wichtig, alle Bewerber bei unseren Auswahlgesprächen persönlich kennenzulernen. Unsere erfahrenen Auswahlleiter können gut einschätzen, wer für die Herausforderung Austausch geeignet ist und für wen das Vorhaben vielleicht (zurzeit noch) eine Überforderung darstellen könnte. Insofern sind unsere Auswahlgespräche vor allem auch Ausdruck unseres Verantwortungsgefühls gegenüber unseren Bewerbern.

Ganz wichtig ist es, dass der Wunsch ins Ausland zu gehen ganz klar von Ihrem Kind selbst kommt und ihm nicht durch Außenstehende vorgegeben wird. Es sollte außerdem ein gewisses Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl mitbringen. Natürlich ist es auch wichtig, dass es offen gegenüber Neuem ist.

Welches Land sollte mein Kind wählen?

YFU ist überzeugt, dass der Erfolg eines Austauschprogramms nicht von dem gewählten Gastland abhängt. Ein Austauschjahr oder -halbjahr ist überall gleichermaßen bereichernd und wertvoll. Denn während eines Austausches lernt Ihr Kind viel mehr als eine neue Sprache. Wir empfehlen Ihnen und Ihrem Kind daher, sich nicht vorab auf eine bestimmte Sprache festzulegen. Spätere Arbeitgeber bewerten zum Beispiel oft sehr positiv, wenn jemand bereits durch ein ungewöhnliches Austauschland Individualität und Offenheit bewiesen hat. Die häufig gewünschte Verbesserung der Englischkenntnisse tritt übrigens auch in vielen nicht-englischsprachigen Austauschländern ein, da Englisch anfangs oft als Hilfssprache verwendet wird. Nach dieser Anfangszeit finden sich die meisten Jugendlichen aber auch in vermeintlich schwierige Sprachen relativ schnell ein.

Letztendlich sollte Ihr Kind sich vor allem von persönlichen Interessen und ein wenig Bauchgefühl leiten lassen.

Manche Länder verlangen den Jugendlichen aufgrund einer sehr unterschiedlichen Kultur eine besonders hohe Anpassungsleistung ab. Gerade bei Bewerbungen für solche Länder werden unsere Auswahlleiter sehr aufmerksam prüfen, ob der Bewerber oder die Bewerberin für das betreffende Land geeignet ist oder ob wir ihm/ihr gegebenenfalls eher ein anderes Land empfehlen würden.

Grundsätzlich sind die Chancen auf einen Programmplatz bei YFU umso höher, für je mehr Länder Ihr Kind sich bewirbt.

Muss mein Kind die Sprache schon vor der Abreise können?

Generell sollten alle Austauschschüler versuchen, zumindest Grundzüge der Sprache vorab selbstständig zu lernen. Für einige Länder sind erste Kenntnisse der Landessprache bei der Einreise sogar zwingend erforderlich (z.B. USA, Frankreich, Russland). In vielen anderen Gastländern bieten unsere Partnerorganisationen bei Ankunft der Schüler einen Sprachkurs an. Für die Anfangszeit wird häufig auch Englisch als Hilfssprache verwendet. 

Wie sieht eine typische Gastfamilie aus?

Eine typische Gastfamilie gibt es nicht: Unsere Gastfamilien bestehen manchmal aus Paaren mit vielen und manchmal mit gar keinen Kinder, sind alleinstehend oder alleinerziehend, leben in gleichgeschlechtlichen Beziehungen usw. Manche Gastfamilien entscheiden sich, zwei Austauschschüler gleichzeitig aufzunehmen (Voraussetzung dafür ist, dass die Schüler unterschiedliche Muttersprachen haben), manche leben in der Stadt, andere auf dem Land. Kurzum: Unsere Gastfamilien sind so unterschiedlich wie unsere Austauschschüler auch. Jeder, der bereit ist, sein Heim und Herz ein (halbes) Jahr lang für einen Austauschschüler zu öffnen, wird von einem Mitarbeiter unserer Partnerorganisation persönlich besucht und die Eignung als Gastfamilie überprüft. 

Haben wir einen Einfluss darauf, wo unser Kind wohnen wird?

Unsere Gastfamilien nehmen die Austauschschüler aus Interesse am interkulturellen Austausch auf. Deswegen können wir Gastfamilien nicht einfach „buchen“, sondern sind darauf angewiesen, dass sie sich freiwillig melden – egal aus welcher Region. Gastfamilie und Schülerin oder Schüler sollten möglichst gut zusammenpassen – deshalb ist für uns eine zwischenmenschlich passende Zuordnung viel wichtiger als die Wahl einer bestimmten Region. Ganz grundsätzlich erwarten wir von unseren Austauschschülern Offenheit – gegenüber der neuen Kultur, dem Alltag im Gastland und auch der Region, in der die Gastfamilie lebt.

Kann ich mein Kind im Austauschprogramm besuchen oder auf anderen Wegen Kontakt halten?

Ein Austauschschüler sollte während des laufenden Austauschprogramms keinen Besuch von zu Hause erhalten. Um sich wirklich im Gastland integrieren zu können, sollte ihr Kind sich voll und ganz auf die neue Umgebung konzentrieren können. Ihr Kind baut sich im Austauschprogramm ein zweites Zuhause auf – mit neuen Freunden, dem Leben in einer anderen Familie und anderen Alltagsgewohnheiten. Ein Besuch aus seiner eigentlichen Heimat kann diesen Prozess sehr stören, da ihr Kind sich „zwischen den Stühlen" fühlen und sich weder auf Sie noch auf die Personen im neuen Umfeld wirklich einlassen kann. Eine schöne Möglichkeit, Gastfamilie und Gastland selbst kennenzulernen ist es, Ihr Kind einige Zeit nach dem Ende des Austauschprogramms bei einem Wiedersehens-Besuch zu begleiten.

Aus den oben genannten Gründen empfiehlt es sich auch, andere Kontakte (z. B. Telefon, Skype, E-Mail) auf ein gewisses Maß zu beschränken. Natürlich können Sie Kontakt mit ihrem Kind halten, aber auch hier gilt: Ihr Kind sollte seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf seinen neuen Alltag richten und nicht durch einen zu starken Kontakt nach Hause zu häufig aus dem Eingewöhnungsprozess und den neuen Strukturen herausgerissen werden.

Was passiert, wenn mein Kind im Austauschprogramm Probleme hat?

Eines der Ziele im YFU-Austauschprogramm ist es, an Herausforderungen zu wachsen, die unter anderem im Zusammenleben mit der Gastfamilie auftreten können. Bei möglichen Fragen oder Problemen, die nicht selbst gelöst werden können, kann sich Ihr Kind jederzeit an die Mitarbeiter der jeweiligen YFU-Geschäftsstelle oder den persönlichen Betreuer wenden. Denn jeder Austauschschüler hat einen YFU-Betreuer, der ihn und die Gastfamilie persönlich kennt und in der Nähe wohnt. Häufig können Missverständnisse und Schwierigkeiten – zum Beispiel mit der Gastfamilie – bereits durch ein offenes Gespräch gemeinsam mit dem Betreuer geklärt werden. Sollten Ihr Kind und seine Gastfamilie trotz der Bemühungen um verbesserte Verständigung nicht miteinander zurechtkommen, besteht auch die Möglichkeit, die Gastfamilie zu wechseln. In  diesen Fällen sucht YFU eine neue Gastfamilie für Ihr Kind.

Selbstverständlich haben auch Sie als Eltern hier in Deutschland Ansprechpartner, an die Sie sich während des Austausches mit allen Fragen wenden können. In unserer Geschäftsstelle gibt es ein Betreuungsteam, das speziell für die Anliegen von Eltern da ist und mit der Partnerorganisation im Gastland in ständigem Kontakt steht. Vorrangiges Ziel ist es, dass mögliche Probleme im Austauschprogramm direkt vor Ort gelöst werden. Sie erhalten aber auch eine Notrufnummer, über die sie die Mitarbeiter unserer Geschäftsstelle im Notfall rund um die Uhr erreichen können.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Betreuung Ihres Kindes im Gastland.

 

Kann mein Kind sich das Austauschjahr zu Hause anrechnen lassen?

In den meisten Fällen ist es grundsätzlich möglich, sich das Austauschjahr in Absprache mit der Schule anrechnen zu lassen. Die genauen Regeln variieren aber von Bundesland zu Bundesland. Aktuelle Informationen bietet der Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA). Hier geht es zur Informationsseite des AJA, auf dem auch bundeslandspezifische Infoblätter heruntergeladen werden können.

Viele Jugendliche entscheiden sich aber auch, ihr Austauschjahr als zusätzliches Schuljahr einzuschieben. Das hat den Vorteil, dass man im Austauschjahr nicht an mögliche Vorgaben der Heimatschule hinsichtlich der Fächerbelegung und Leistungen gebunden ist und sich dadurch mehr Freiraum schafft. Auch das Wiedereinfinden in den Schulstoff in der Heimat ist natürlich leichter. Ein Austauschjahr ist in keinem Fall ein verlorenes Jahr, da Ihr Kind dabei so viele Neues lernt und Erfahrungen sammelt, die es zu Hause nie hätte machen können.

Erfahren Sie hier, welches Schuljahr sich am besten für ein Austauschjahr eignet.

Beeinträchtigt ein Austauschprogramm die schulischen Leistungen?

Die meisten Austauschschüler finden nach dem Austauschprogramm wieder einen guten Anschluss im Schulalltag zu Hause, selbst wenn sie eine Klasse übersprungen haben. In Fächern wie Mathe bietet es sich ggf. an, einige Nachhilfestunden zu belegen, um verpassten Stoff nachzuholen. Studien haben aber gezeigt, dass viele Austauschschüler ihre Noten nach der Rückkehr sogar verbessern. Mögliche Gründe dafür sind, dass die Jugendlichen durch ihre Austauscherfahrung mehr Ehrgeiz entwickelt und ihre eigenen Stärken und Schwächen besser kennengelernt haben und Herausforderungen selbstbewusster entgegentreten.

Kann mein Kind im Austauschprogramm bestimmte Fächer (weiter) belegen?

Wir können nicht garantieren, dass alle in Deutschland belegten Fächer (z.B. bestimmte Fremdsprachen) auch an der Schule im Gastland angeboten werden. Selbst wenn sie angeboten werden, können Lehrpläne aufgrund der unterschiedlichen Schulsysteme deutlich voneinander abweichen. So kann man in den meisten Fällen nicht davon ausgehen, dass der Stoff nahtlos an den Unterricht in Deutschland anknüpft.

Der Bildungswert eines Austauschprogramms liegt in unseren Augen aber nicht in erster Linie in bestimmten schulischen Inhalten, sondern in den vielen neuen Erfahrungen in einer anderen Kultur. Darüber hinaus kommt es häufig vor, dass Schülerinnen und Schüler durch gänzlich neue Fächer im Gastland ein neues Interesse entdecken, das auch einen Einfluss auf die spätere Berufswahl haben kann.

Wie ist mein Kind im Austauschprogramm versichert?

Der YFU-Programmbeitrag beinhaltet eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für das jeweilige Gastland. Eine Ausnahme sind die meisten europäischen Länder, da hier in der Regel der eigene, ohnehin schon vorhandene Versicherungsschutz ausreicht. Hier finden Sie weitere Informationen zur Versicherung im Austauschprogramm.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Damit das Austauschprogramm nicht von der finanziellen Situation der Familie abhängt, vergibt YFU jährlich rund 300 einkommensabhängige Stipendien. Diese Stipendien sind nicht an schulische Leistungen gekoppelt, sondern richten sich allein nach dem finanziellen Förderbedarf. Wenn Sie ein YFU-Stipendium beantragen möchten, müssen Sie dies bereits in der Bewerbung Ihres Kindes angeben. Wenn Ihr Kind von uns eine Zusage erhalten hat, beginnt das eigentliche Stipendienverfahren, in dem wir auch Ihre finanzielle Situation erfragen. Ein Stipendienantrag hat keinerlei negativen Einfluss auf die Auswahlchancen Ihres Kindes!

Weitere sehr gute Finanzierungsmöglichkeiten sind das Schüler-Auslands-BAföG sowie die Förderung der Hamburger Schulbehörde (letzteres nur für Jugendliche aus Hamburg).

Stipendien und Bafög

Erfahren Sie hier alles rund um die Finanzierungsmöglichkeiten für das Austauschprogramm.

Zu den Stipendieninfos

Elternbroschüre

Laden Sie hier unsere Elternbroschüre herunter – mit allen Informationen, die Sie als Eltern wissen sollten.

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Warum YFU?

Das Angebot an Austauschprogrammen wird immer unübersichtlicher. Lesen Sie hier, was für YFU spricht.

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