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Punjabi Lifestyle

Erfahrungsbericht von Christiane, Austauschjahr in Indien

Als ich über meine Schule erfahren habe, dass es möglich ist, ein Austauschjahr in Indien zu verbringen, war ich sofort Feuer und Flamme!! Was ich über Indien bis dahin gehört hatte, hatte mich schon immer fasziniert. Und da war sie, die Chance auf eine neue große und aufregende Erfahrung – ein Austauschjahr in Indien… Ich habe sie ergriffen und bin immer wieder stolz und dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Ich habe das Jahr in einer kleinen Stadt in Punjab verbracht, ein Staat im Norden Indiens. Berühmt für seinen einzigartigen „Punjabi Lifestyle“ – wie mein Gastvater immer betonte: Gastfreundliche, offene Menschen, mit einer besonderen Religion (Sikhismus), eine traditionsbewusste stolze Gesellschaft, verbunden mit einer großen Liebe zum eigenen Vaterland – gute Voraussetzungen für eine unvergessliche Zeit!

 

Der Schulalltag: Disziplin, Gebete und Nationalhymne

Einen großen Teil meines Austauschjahres habe ich in meiner Gastschule verbracht, die meine Gasteltern führen und die sie gegründet und aufgebaut haben. Ein Familienbetrieb, wo immer eine helfende Hand benötigt wird. Die Schulzeit ist in Indien ein sehr wichtiger Lebensabschnitt, und es wird viel Geduld, Geld und Fleiß hineingesteckt, so auch in der Privatschule meiner Gasteltern. Disziplin steht immer an erster Stelle, Schuluniformen, Morgenversammlungen, Morgengebete und das Singen der Nationalhymne gehören zum Schulalltag. Der Unterricht ist streng, aber es besteht eine starke Bindung zwischen den Schülern und den Lehrern. Es werden Feste gefeiert, Ausflüge gemacht, Aufführungen vorbereitet, Preise in Wettbewerben gewonnen, Gäste geehrt und wochenlang Prüfungen geschrieben.

 

Der Punjabi Lifestyle: Immer etwas los

Das Leben In Punjab ist faszinierend, aber nicht immer ganz einfach. Zuhause ist immer etwas los. Ich hatte zwei kleine Gastbrüder und meine über alles geliebte Gastoma, meine „Badima“. Außerdem gehören zu einem gehobenen Hausstand auch Bedienstete, die meist mit im Haus leben. Von unserem Koch habe ich viel gelernt. Vor allem das Kochen aber auch etwas Punjabi, die Sprache in Punjab. Unsere 13-jährige Haushaltshilfe habe ich schnell in mein Herz geschlossen und viel von ihr gelernt. Vor allem wie hart das Leben in Indien sein kann.

 

Traditionen haben einen hohen Stellenwert. Am Wochenende bin ich immer mit meiner „Badima“ zum „Gurdwara“ gegangen, die Kirche der Sikh-Religion. Ein faszinierender Gottesdienst mit Musik, Gesang, stundenlangem Auf-dem-Boden-Sitzen und anschließendem gemeinsamen Essen.

 

Soziale Arbeit: Gutes zurückgeben

Zu einem Austauschjahr in Indien gehört meist auch das sogenannte „Socialwork“ im letzten Monat des Aufenthalts. Diese letzte große Erfahrung war eine der schönsten für mich. Von dem gehobenen Lebensstandard meiner Gastfamilie in den rauen Alltag Indiens. Ich habe meine Sozialarbeit in einer Schule absolviert, die erwachsenen Menschen ehrenamtlich Englischunterricht angeboten hat, um ihre berufliche Situation zu verbessern. Es war so eine besondere Erfahrung, wie dankbar und stolz diese erwachsenen Frauen waren, dass eine „Europäerin“ ihnen zusätzliche Hilfestellung gegeben hat.

 

Mein Austauschjahr in Indien – eine unvergessliche Zeit, in der ich viel über mich selber gelernt habe, selbständig und offen geworden bin. Auch mein Werteverständnis hat sich verändert, z.B. ist der Wert „Familie“ für mich viel wichtiger geworden. Ein Jahr in Indien. Eine Erfahrung, die ich mein ganzes Leben nicht missen möchte! Empfehlenswert!

Social Work

Christiane mit ihrer Gastoma und Gastmutter

In der Schule