Moin, Hola und Tere im Heidekreis in Niedersachsen!

Familie Rennekamp, Gastfamilie von Adrián aus Spanien, Javier Emiliano aus Mexiko und Hindrik aus Estland

Hol dir die Welt nach Hause – und das haben wir getan. Da wir aufgrund unserer Landwirtschaft selten in den Urlaub fahren, hat uns der YFU-Slogan angesprochen. Wir haben genug Platz und die ganze Familie hatte Lust, etwas Neues auszuprobieren. Die einzige Sorge, die wir hatten, war dass wir auf dem Land leben und dass unser Dorf nicht ganz den Vorstellungen der Gastschüler entsprechen würde.

Glückliche Zeiten und ein plötzlicher Wechsel 

Unser erster Gastsohn Adrián (18 Jahre) kam im August 2018 aus dem sonnigen Spanien zu uns ins kühle Norddeutschland. Mit seiner Leidenschaft, dem Basketballspiel, hat er hier schnell Anschluss gefunden und hat begeistert das hiesige Basketballteam unterstützt. Er war durch seine lustige Art bei allen sehr beliebt. Wir haben viel unternommen und eine glückliche Zeit erlebt.


Im neuen Jahr kam dann allerdings das Heimweh und auch das norddeutsche Wetter machte ihm zu schaffen. Das Zusammenleben gestaltete sich nun etwas schwieriger. Er konnte uns nicht genau sagen warum, aber er wollte nochmal einen Neustart und ist Ende Februar zu einer anderen Gastfamilie gewechselt. Im ersten Moment war es für alle ein Schock, aber im Nachhinein das Beste, was wir machen konnten. Wir haben weiterhin Kontakt und er hat uns kurz vor seiner Abreise nach Spanien noch einmal geschrieben. Zitat: „Es war ein mega geiles Austauschjahr“.

Wir werden Chancengeber! 

Und nun? Das Gästezimmer war leer und irgendwie war da eine große Lücke.

Und dann kam Ende März Javier Emiliano (17 Jahre) aus Mexiko. Er suchte eine neue Gastfamilie, die kein Spanisch sprechen konnte, da er unbedingt Deutsch lernen wollte. Da war er bei uns genau richtig. Er hatte hier soviel Energie, war immer gut gelaunt und hat mit Begeisterung viele Dinge ausprobiert, die er in seiner Heimatstadt noch nie getan hat. In Erinnerung bleibt uns sicherlich, dass er mit einer Axt drei Bäume gefällt hat. Für die Motorsäge hatte er kaum einen Blick.

Die Osterferien haben wir genutzt, um an die Ostsee auf unsere Lieblingsinsel Fehmarn zu fahren und einen Tagestrip nach Kopenhagen zu machen. Wir sind viel gereist mit ihm, da er so einen unbändigen Drang hatte, so viel wie möglich zu erleben und weil er freiwillig bei uns auf dem Hof mitgearbeitet hat. Die Zeit mit ihm war für uns alle viel zu kurz und als er Anfang Juli schon wieder nach Mexiko zurückkehrte, waren wir alle sehr traurig. Dass er kurz vor der Abreise seinen Ausweis mit Visum verloren hatte, hat uns noch einmal vor eine Herausforderung gestellt, aber auch das haben wir gemeinsam hinbekommen. Legendär war auch sein 18. Geburtstag, den er hier mit einer großen Party gefeiert hat.

Wir haben es nicht bereut, einen „Wechselschüler“ aufzunehmen und ein Chancengeber zu werden. Wenn man unvoreingenommen an die Sache herangeht, kann es - wie bei uns - super laufen. Es gab diese berühmte Win-Win-Situation.

Unsere Familie wächst 

Und im August diesen Jahres haben wir unseren dritten Gastsohn Hindrik (16 Jahre) aus dem nordischen Estland bekommen. Die ersten Wochen liefen problemlos und wir denken, es wird ein super tolles Jahr mit ihm. Er spricht schon fast perfekt Deutsch und das macht es uns sehr einfach. Dennoch ist es sehr spannend diese neue Kultur zu entdecken und sich auszutauschen.

 

Wir sind begeistert von unseren Söhnen und ich möchte allen Familien Mut machen, auch den Jungs eine Chance zu geben. Viele Gastfamilien schrecken davor zurück, einen Jungen aufzunehmen und dann noch einen, der vielleicht schon 17-18 Jahre alt ist. Klar, in dem Alter gehören Partys, Mädchen und sich ausprobieren dazu – aber wenn man ihnen die Regeln erklärt und auch einen Vertrauensvorschuss gibt, dann kann es richtig gut werden! Im Sommer 2018 waren wir nur vier Familienmitglieder und jetzt sind wir bereits sieben und es werden bestimmt noch mehr!

Ausflug mit Adrián aus Spanien auf den Brocken

Mit Javier Emiliano aus Mexiko auf der Ostseefähre

Hindrik aus Estland mit seinen Gastschwestern