Eine ganz besondere Erfahrung

Mauricio aus Argentinien bei Familie Horstkamp

Ich heiße Mauricio, bin 18 Jahre alt und komme aus Argentinien. Es freut mich diesen Text zu schreiben, weil ich mir nie vorstellen konnte, die Möglichkeit zu haben, ein Austauschschüler zu werden! Schon seit drei Monaten wohne ich in Deutschland, um die Kultur und die Sprache zu erlernen. Ich habe viel in dieser Zeit erlebt, und ich möchte etwas von meinen Erfahrungen erzählen.

Im ersten Monat habe ich einen Orientierungs-und Sprachkurs (OSK) für drei Wochen in Nordhorn besucht. Ich habe viele Austauschschüler aus Lateinamerika kennengelernt. Wir hatten eine perfekte Zeit zusammen. Ich erinnere mich an viele lustige und interessante Momente:

Turbulente Zeiten

Plötzlich kam die Zeit, um die Familie zu wechseln. Alles war vorbereitet für den Rest von meinem Austauschjahr. Leider hat es nicht geklappt mit der neuen Gastfamilie. Es war ein schwieriger Moment, aber ich hatte die Hilfe von meiner Betreuerin und von meiner ersten Familie, die ganz freundlich sagte, dass ich wieder zu Ihnen kommen kann! Es war eine wichtige Erfahrung, weil ich viel über mich lernen konnte. Das war eine gute Entscheidung für mich, ich war wieder glücklich und mit neuen Erwartungen für mein Austauschjahr!

Schule hier und daheim

Als alles wieder gut war, habe ich mit der Schule angefangen. Ich war sehr gespannt ein deutsches Gymnasium zu besuchen und neue Freunde zu finden. Ab dem ersten Moment waren die Mitschüler sehr nett zu mir und ich lerne da wirklich gern.

Das deutsche akademische System ist ganz anderes als in Argentinien. Dort gibt es nur ein Art von Schule: Secundaria. Das Gymnasium dauert 8 oder 9 Jahren und wenn man ein Abitur macht kann man studieren oder eine Ausbildung machen. Die Schule bietet Arbeitsgemeinschaften an, wie Chor oder Sport. Ähnlich ist auch, dass man manchmal keine Lust hat zum Lernen.

Ein Schuljahr in Argentinien fängt im März an und geht bis November. In einer öffentlichen Schule muss jeder Schüler einen weißen Kittel tragen. In privaten Schulen trägt man eine Uniform. Das Notensystem ist anders. In Argentinien kann man von 0 bis 10 bekommen und 10 ist die beste Note. In Deutschland kann man zwischen 6 und 1 bekommen und 1 ist am besten. 

Deutsche Kultur: Von Apfelschorle bis Weihnachtsmarkt

Ein wichtiger Teil der Kultur ist das Essen! Es gibt viele typische Gerichte und es gibt Unterschiede von einer Region zu einer anderen. Wie in Argentinien isst man viel Fleisch. Deutsche essen gerne Schweinefleisch, Rindfleisch, Huhn, und Fisch. Obst und Gemüse sind auch wichtig, z.B. Kartoffeln, Kohl und Zwiebeln. Man trinkt oft mit Freunden Kaffee und isst Kuchen. Man trinkt viel Wasser mit Kohlensäure, Apfelsaft und ein Mischung von beidem, das heißt Apfelschorle.

In Deutschland gibt es ein wichtiges Umweltbewusstsein. Viele Leute fahren mit dem Fahrrad jeden Tag. Es ist nicht so teuer, es ist umweltfreundlich und man ist immer fit! Über die Müllbeseitigung kann ich sagen, dass es besser ist als in Argentinien. Hier muss man den Müll trennen. Außerdem gibt es viele Orte, wo man Müll zum Kompost hinbringen kann oder spezielle Kisten für Glas. Für Pfandflaschen gibt es im Supermarkt Automaten für die Rückgabe.

Jetzt kommt die Advents- und die Weihnachtszeit. Am letzten Sonntag begannen dafür alle Vorbereitungen. Es wurde alles dekoriert und Kerzen und Lichterketten verteilt. Außerdem werden spezielle Kekse gebacken und Geschenke für Weihnachten gekauft und verpackt. Wir haben sogar schon den ersten Weihnachtsmarkt besucht und ich habe den ersten Glühwein meines Lebens getrunken. 

So schnell vergeht die Zeit...

Die ersten drei Monate in Deutschland sind wie im Flug vergangen, ich habe sehr viele positive und nur wenige negative Erfahrungen gesammelt. Mit der deutschen Sprache habe ich mich sehr verbessert und ich konnte mich gut in meine Gastfamilie integrieren. Ich kann am Alltag teilnehmen und fühle mich wie ein Teil der Familie.

Ich danke dem Goethe Institut, YFU, meinen Eltern und meiner Gastfamilie für alles, was ich bisher erleben durfte.

Mauricio mit seiner Gastfamilie

Mauricio mit anderen Austauschschülern beim Orientierungs- und Sprachkurs (OSK)