
Schüleraustausch macht schlau
Studie belegt positiven Einfluss auf schulische Leistungen
Wer ein Schuljahr im Ausland verbringt, erweitert nicht nur seinen Horizont, sondern verbessert auch seine Schulnoten. Dies belegt eine soziologische Studie, an der über 1000 ehemalige Austauschschüler des Deutschen Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) teilnahmen.
Neben den schulischen Leistungen erfasst die Studie auch Aspekte wie persönliche Veränderungen und Einfluss auf die Berufswahl.
Die Durchschnittsnote der Befragten, berechnet aus den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache, lag vor dem Austauschjahr bei 2,26 und verbesserte sich im Anschluss auf 2,02. Vor allem in Englisch legten die Schüler zu – selbst dann, wenn sie ihr Austauschjahr in einem nicht-englischsprachigen Land verbracht hatten. Gleichzeitig konnten die meisten ihre Leistung in Mathematik halten oder verbessern, sogar wenn sie für ihr Austauschjahr eine Klasse in Deutschland übersprungen hatten. Der Anteil an Einser-Durchschnitten stieg von vorher 27,3 auf nach Rückkehr 42,6 Prozent an.
Auch Schüler mit schlechteren Noten profitieren
Entgegen verbreiteter Vorurteile profitieren aber nicht nur die ohnehin sehr guten Schüler von einem Austauschjahr: Gerade diejenigen, deren Ausgangsnoten im unteren Bereich lagen, konnten ihre Leistungen deutlich steigern. Vielen Schülern mit der Ausgangsnote 4 gelang sogar der Sprung auf eine 1 oder 2 – vor allem in Englisch, aber auch in Deutsch und dem vermeintlichen Problemfach Mathematik.
„Die meisten Austauschschüler erklären sich ihre Leistungssteigerung neben den verbesserten Sprachkenntnissen vor allem durch ein größeres Selbstbewusstsein“, so Soziologin Lisbeth Hürter, Autorin der Studie, „Außerdem entwickeln viele einen bewussteren Zugang zu den schulischen Inhalten, sind motivierter und können sich selbst besser einschätzen.“
„Ehrenrunde“ gern in Kauf genommen
Etwa drei Viertel aller Befragten haben sich das im Ausland verbrachte Schuljahr in Deutschland anerkennen lassen, ein Viertel hat ein zusätzliches Jahr eingeschoben – entweder freiwillig (60 Prozent) oder aufgrund von Vorgaben der Schulleitung und Gesetzgebung des zuständigen Kultusministeriums (40 Prozent). 95 Prozent der Teilnehmer, die ein Jahr eingeschoben haben, halten die Entscheidung für ein Austauschjahr auch trotz „Ehrenrunde“ für richtig. „Diese große Zustimmung zeigt, dass ein Austauschjahr nie ein ‚verlorenes’ Jahr ist“, so Knut Möller, Geschäftsführer von YFU, „Im Gegenteil: Die Teilnehmer profitieren ein Leben lang von den gewonnenen interkulturellen Kompetenzen und persönlichen Erfahrungen.“
Entscheidung fürs Leben
Die Erfahrungen aus dem Austauschjahr sind auch für den weiteren Lebenslauf richtungsweisend: So entscheiden sich ehemalige Austauschschüler besonders oft für weitere Auslandsaufenthalte, beispielsweise während des Studiums. Auch die Auswirkung auf berufliche Entscheidungen wird von den meisten Befragten als sehr hoch eingeschätzt.
Fast alle (97 Prozent) sind auch rückblickend mit ihrem Austauschjahr so zufrieden, dass sie es auch ihren Kindern weiterempfehlen würden.
Details zu Methodik und Ergebnissen gibt es über folgende Links:
Empfundener Schwierigkeitsgrad der Gastschule
Anerkennung des Austauschjahres
Leistungsveränderung nach dem Austauschjahr
Über die Autorin der Studie:
Lisbeth Hürter (26), selbst ehemalige USA-Austauschschülerin, studierte Soziologie an der Universität Konstanz. Ihre Studie „Entfernung schafft Klarheit. Die Auswirkungen eines im Ausland verbrachten Schuljahres auf die schulischen Leistungen und den weiteren Bildungsweg.“ entstand im Rahmen ihrer Magisterarbeit. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Flyer zur Studie zum Download:
"Schüleraustausch macht schlau"
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