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Wie verändern sich die Noten nach dem Austauschjahr?

Um die Noten vor und nach dem Austauschjahr miteinander vergleichen zu können, wurden die Respondenten gebeten, die letzte Halbjahresnote vor Beginn des Austauschjahres sowie die zweite Halbjahresnote nach Rückkehr aus dem Ausland anzugeben. Erfasst wurden diese Noten für die Fächer Mathematik, Deutsch und die erste Fremdsprache (zu den einzelnen Fächern siehe Unterkapitel). Fasst man alle drei Noten zusammen, so haben sich diese für 53 Prozent der Befragten verbessert, bei 22 Prozent blieben sie gleich und bei 25 Prozent wurden sie schlechter. Im Mittel erzielten die befragten ehemaligen Austauschschüler vor Antritt ihres Austauschjahres einen Notendurchschnitt von 2,26 (errechnet aus Mathematik/Deutsch/1. Fremdsprache), nach Rückkehr aus dem Ausland sinkt dieser auf 2,02.

Fragt man die ehemaligen Austauschschüler, wie sie selbst ihre Leistungsentwicklung einschätzen, schreiben sich 59 Prozent eine Leistungsverbesserung zu sowie nur 10 Prozent eine Leistungsverschlechterung. Von denjenigen, die das Austauschjahr nach ihrer Rückkehr wiederholt haben, schreiben sich sogar 73 Prozent eine Leistungsverbesserung zu.

Fragt man die Respondenten, wie sie sich ihre Leistungsveränderung erklären, erhält man folgendes Bild (Mehrfachnennung möglich):

Nach der Rückkehr aus dem Austauschjahr haben 96 Prozent der Befragten den Schulabschluss erreicht, den sie auch vor dem Jahr im Ausland angestrebt haben. 38 Respondenten konnten einen höheren Schulabschluss erreichen, als sie zuvor geplant hatten, 10 erreichten einen niedrigeren Schulabschluss als erhofft.

Mathematik

Vergleicht man die letzte Halbjahresnote im Fach Mathematik vor dem Austauschjahr mit der zweiten Halbjahresnote nach Rückkehr aus dem Ausland, so zeigt sich, dass 28 Prozent der Befragten ihre Mathenote verbessern konnte, bei 46 Prozent blieb diese Note gleich, während sie sich 26 Prozent verschlechterte. Vor allem handelt es sich dabei um Verbesserungen bzw. Verschlechterungen um eine Note, in einigen Fällen sind aber auch größere Notensprünge zu beobachten.

Interessant ist es, die Notenentwicklung der Wiederholer und Nicht-Wiederholer getrennt voneinander zu beobachten. So zeigt sich, dass 81 Prozent der Wiederholer, aber nur 64 Prozent der Nicht-Wiederholer, die vor dem Austauschjahr eine „1“ in Mathe hatten, diese Note nach dem Austauschjahr erneut erreichen. Sicherlich ist Mathematik von den hier abgefragten Fächern das, dessen Lerninhalt der einzelnen Schuljahre am stärksten aufeinander aufbaut. Hier macht sich also bei den Nicht-Wiederholern der Mangel an Mathematikwissen der elften Klasse bemerkbar.

Ein deutlicher Abstand zeigt sich auch, wenn man die Gruppe derer betrachtet, die vor dem Austauschjahr eine „3“ in Mathe erhalten hat. Hier können sich 46 Prozent der Wiederholer und 36 Prozent der Nicht-Wiederholer um mindestens eine Note verbessern. Erstaunlich ist hierbei, dass sogar 8 Prozent der Wiederholer sowie 7 Prozent der Nicht-Wiederholer der Sprung auf eine „1“ gelingt. Die Note „3“ behalten zudem jeweils 35 Prozent beider Gruppen bei.

Noch deutlicher wird diese Verbesserung bei dem Blick auf diejenigen, die vor dem Austauschjahr die Note „4“ auf dem Zeugnis stehen hatten. Hier gelingt es 64 Prozent der Wiederholer und 57 Prozent der Nicht-Wiederholer, sich zu verbessern. Von den Wiederholern gelang dabei 18 Prozent der Sprung auf eine „2“, 7 Prozent sogar der Sprung auf die Note „1“. Bei den Nicht-Wiederholern erreichen sogar 29 Prozent eine „2“, sowie 4 Prozent eine „1“.

Die Gruppe derer, die vor dem Austauschjahr in Mathematik eine 5 bekam, besteht in dieser Befragung aus lediglich neun Personen, sieben davon sind Wiederholer. Einer dieser Befragten behielt die 5 als Mathematiknote bei, der Rest der Teilnehmer verbesserten ihre Note nach dem Austauschjahr. Eine Person schaffte den Sprung auf eine 1, fünf den Sprung auf eine „2“.

Deutsch


Lediglich 11 Prozent der Befragten haben während ihres Austauschjahres den Deutschunterricht besucht. Einige erklärten, sie wären gebeten worden, als Unterstützung des Lehrers an diesem Unterricht teilzunehmen, andere wollten sich so das Erlernen der Gastsprache vereinfachen, indem sie ‚umgekehrt’ Vokabeln lernten.

Hinsichtlich der Notenentwicklung nach dem Austauschjahr im Vergleich zu vorher, können 20 Prozent ihre Deutschnote verbessern, 55 Prozent behalten sie bei, weitere 20 Prozent werden schwächer. Wie auch bei der Mathematiknote, so sind es auch hier hauptsächlich Notenveränderungen um eine einzige Note, es sind aber auch Notensprünge zu beobachten. Auch hier sind die Wiederholer eher in der Lage, sich zu verbessern.

80 Prozent der Wiederholer, aber nur 52 Prozent der Nicht-Wiederholer sind in der Lage, ihre vor dem Austauschjahr im Fach Deutsch erhaltene „1“ auch nach dem Austauschjahr zu erreichen.

Von denjenigen, die vor dem Austauschjahr eine „2“ bekamen, können sich 20 Prozent der Wiederholer sowie 14 Prozent der Nicht-Wiederholer auf eine sehr gute Note verbessern. Beibehalten wird die „2“ von jeweils 63 Prozent der Befragten.

In der Gruppe derer, die vor dem Austauschjahr eine „3“ erhalten haben, können sich jeweils 36 Prozent der Befragten verbessern. Der Sprung auf eine „1“ gelingt dabei jedoch nur 5 der insgesamt 279 Befragten mit dieser Ausgangsnote. Der Anteil, der die Note auch nach dem Austauschjahr beibehält liegt bei 57 Prozent der Wiederholer sowie 52 Prozent der Nicht-Wiederholer.

Von denjenigen, die vor dem Austauschjahr eine „4“ in Deutsch hatten, konnten sich 73 Prozent der Wiederholer sowie 60 Prozent der Nicht-Wiederholer um mindestens eine Note verbessern. Dabei gelang 18 Prozent der Wiederholer sowie 12 Prozent der Nicht-Wiederholer der Sprung auf eine „2“. Von den Wiederholern erhielt ein Befragter sogar eine 1. Beibehalten wurde die „4“ von 27 Prozent der Wiederholer sowie 32 Prozent der Nicht-Wiederholer.

Die Gruppe derjenigen, die vor dem Austauschjahr in Deutsch eine „5“ erhielten, wurde lediglich aus einem Wiederholer sowie einem Nicht-Wiederholer gebildet. Beide erhielten nach dem Austauschjahr eine „4“.

1. Fremdsprache

Die erste Fremdsprache war bei 91 Prozent der Befragten Englisch, bei 5 Prozent Latein und bei 3 Prozent Französisch. Auch Spanisch und Russisch wurden genannt.

Vor dem Austauschjahr zeigen die Teilnehmer, deren Gastland die USA waren, schlechtere Noten in der ersten Fremdsprache, als diejenigen, die ihr Austauschjahr in einem anderen Gastland verbracht haben. Diesen Vorsprung der Nicht-USA-Schüler können die USA-Schüler aber nach ihrer Rückkehr aus dem Austauschjahr wieder ausgleichen. Dann erhalten 94 Prozent der USA-Fahrer eine 1 oder 2. Allerdings ist auch die Gruppe der Nicht-USA-Schüler in diesem Notenbereich stark vertreten; 80 Prozent von ihnen erhalten ebenfalls eine 1 oder 2. Anders als in den Fächern Mathematik und Deutsch ist hier eine eindeutige Tendenz hin zu einer besseren Note zu erkennen. 53 Prozent der Befragten konnten ihre Note verbessern, 17 Prozent sogar um mehr als eine Note. Lediglich 6 Prozent der Befragten mussten eine Notenverschlechterung hinnehmen.

91 Prozent der Wiederholer, die vor dem Austauschjahr bereits eine „1“ in der ersten Fremdsprache bekommen hatten, erhielten diese Note auch nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland. Bei den Nicht-Wiederholern liegt dieser Anteil bei 81 Prozent. Von denjenigen, die vor dem Austauschjahr eine „2“ bekommen haben, konnten sich 65 Prozent der Wiederholer sowie 56 Prozent der Nicht-Wiederholer auf eine 1 verbessern. 31 Prozent der Wiederholer sowie 37 Prozent der Nicht-Wiederholer behielten zudem die „2“ als Note in der ersten Fremdsprache bei.

Notenverteilung vor und nach dem Austauschjahr im Vergleich

Ein Großteil der Befragten, die vor dem Austauschjahr in der ersten Fremdsprache eine „3“ bekommen hat, verbessert sich nach dem Austauschjahr in dieser Note. 89 Prozent der Wiederholer sowie 83 Prozent der Nicht-Wiederholer gelingt es, nun eine bessere Note zu bekommen. Dabei erreichen 44 Prozent der Wiederholer und 37 Prozent der Nicht-Wiederholer sogar die Note „1“. Lediglich 10 Prozent der Wiederholer sowie 16 Prozent der Nicht-Wiederholer behalten die Note bei.

Bei der Ausgangsnote „4“ ist der Anteil der Verbesserungen noch einmal deutlich größer; 97 Prozent der Wiederholer und 93 Prozent der Nicht-Wiederholer können sich hier verbessern. Dabei gelang 36 Prozent der Wiederholer sowie 31 Prozent der Nicht-Wiederholer sogar der Sprung auf eine „1“. 56 Prozent der Wiederholer und 46 Prozent der Nicht-Wiederholer erhielten zudem die Note „2“.

Insgesamt neun der Befragten haben vor ihrem Austauschjahr in der ersten Fremdsprache eine „5“ erhalten. Davon haben sechs im Anschluss an ihr Austauschjahr das Schuljahr wiederholt. Von diesen sechs gelang zweien der Sprung auf eine 1“, dreien der Sprung auf eine „2“, sowie einem die Verbesserung auf eine „3“. Die drei Nicht-Wiederholer erhielten nach dem Austauschjahr jeweils eine „1“, eine „2“ und eine „4“.

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Horst Köhler
Bundespräsident in seinem Grußwort zum 50-jährigen Jubiläum von YFU im August 2007 in Hamburg