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Die Reifeprüfung

Ioana Purcel aus Rumänien, bei Familie Limprecht

Ein Jahr in Deutschland zu verbringen, oder besser gesagt, ein Austauschjahr zu machen, ist sehr spannend und bringt viel Spaß.

Sicher hängt vieles von der Umgebung, von der Gastfamilie, den Mitschülern und so weiter ab. Aber Austauschschüler sollten auch anpassungsfähig und bereit für alles Mögliche sein, denn immer wieder kommt etwas Neues vor.

Wie ein Familienmitglied

Die Gastfamilie spielt meiner Meinung nach eine wichtige Rolle im Aufenthalt des Schülers. Es ist sehr wichtig, dass er sich wie ein Familienmitglied fühlt und nicht wie ein Gast. Das geht ganz einfach durch die Teilnahme an den Aktivitäten im Hause wie Putzen, Kochen, Backen und so weiter.

Ein anderer Schwerpunkt ist die Kommunikation. Man sollte immer alles miteinander besprechen, auch wenn es nur um Kleinigkeiten geht, denn so kann man vieles verhindern. Die Familie sollte dem Schüler Zeit geben, sich anzupassen, und mit ihm Geduld haben.

Hallo, tschüss oder …?

In Rumänien wird „tschüss“ sowohl beim Treffen als auch beim Abschiednehmen benutzt. Eines Tages kam meine Gastschwester nach Hause und grüßte mich, wie immer, mit „hallo“ und als Antwort sagte ich „tschüss“.

Im nächsten Augenblick kam von ihr „Ich bin erst angekommen, ich gehe nicht aus dem Haus.“ Erst dann fiel mir ein, was ich eigentlich gesagt hatte, und ich erklärte ihr alles.

Was ist hier anders als in Rumänien?

Eine schwere Frage, denn alles hat sich geändert. In meinem Heimatland oder bei mir zu Hause isst man zum Beispiel mehr Suppe. Aber auch im Allgemeinen ist die Ernährung hier anders. Glücklicherweise komme ich ganz gut damit zu Recht. Wenn ich Lust habe, kann ich kochen oder backen und freue mich dann, etwas „von zu Hause“ zu essen.

Auch Weihnachten waren diesmal anders. In meiner Familie hat immer der Weihnachtsmann die Geschenke gebracht, und zwar hat sich ein Freund oder ein Verwandter von uns als Weihnachtsmann verkleidet. Die Bescherung hier war dann etwas ganz Neues für mich.

Der Tannenbaum wird zu Hause überwiegend mit Süßigkeiten geschmückt. Bis zum 6. Januar darf man nichts vom Baum nehmen, denn er muss erst vom Priester geweiht werden, und das geschieht immer am 6. oder 7. Januar.

Partys, Volleyball und Chor

Bestimmt gibt es noch viel mehr Unterschiede, aber trotz allem genieße ich mein Austauschjahr, da ich eine ganz nette und liebe Familie habe. Meine Wochenenden sind immer mit Partys und Treffen mit Freunden verplant. Während der Woche bin ich mit der Schule beschäftigt. Als Freizeitaktivitäten habe ich mir Volleyball und Chor ausgesucht, so dass ich mich nicht langweilen kann.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Zeit reicht mir nicht aus, um alles auf die Reihe zu kriegen. Ich kann kaum glauben, dass fünf Monate schon vergangen sind, und will gar nicht daran denken, dass ich im Sommer weggehen muss!

Sicher vermisse ich meine Freunde und meine Familie, aber das merke ich eher selten, da ich mein Aufenthalt super finde. Leider kann man so ein Gefühl nicht mit Wörter beschreiben, aber das finde ich das Beste daran…

Dankeschön!

Vielen Dank an YFU, dass ich diese Chance bekommen und dadurch meine wunderbare Gastfamilie kennen gelernt habe!

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„Für uns war dieses Jahr eine tolle Erfahrung, die wir nicht missen möchten. Wir haben gelernt, für uns normale Verhaltensweisen zu hinterfragen und uns mit unserer Kultur auseinanderzusetzen.“

Claudia Rewald-Flak
Gastmutter