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Fragen und Antworten

Unsere Austauschprogramme kommen nur deshalb zustande, weil aufgeschlossene Familien in ganz Deutschland Jugendliche aus dem Ausland für ein Jahr unentgeltlich aufnehmen.

GastgeschwisterWir haben die häufigsten Fragen von interessierten Familien gesammelt und geben hier die Antworten.
Unsere Austauschschüler freuen sich sehr über neue Gastfamilien!

Ist ein Jahr zu lang?

Ist unsere Familie geeignet?

Wer passt in unsere Familie?

Was passiert bei Konflikten?

Wann gibt es Familienwechsel?

Wann gibt es Programmabbrüche?

Wofür verwendet YFU den Programmbeitrag der Schüler?

Ist ein Jahr zu lang?

Ein Jahr ist eine lange Zeit – doch gerade darin liegt das Besondere an unserem Austauschprogramm. Unsere Gastfamilien behandeln die Jugendlichen aus dem Ausland nicht als Gäste, sondern integrieren sie in ihr Familienleben. Dieses Ziel ist nach unserer Erfahrung nur mit einem langfristigen Aufenthalt erreichbar, bei dem die Jugendlichen Alltag und Höhepunkte des Familienlebens miterleben können.

Austauschschüler gehen regelmäßig zur Schule, finden Freunde und nehmen am kulturellen Leben teil. Sie lernen Deutschland nicht aus der Perspektive von Touristen kennen, sondern aus der Sicht eines deutschen Altersgenossen.

Da unser Leben in Jahreszyklen organisiert ist, bedeutet ein Jahr die ideale Länge für einen Austauschaufenthalt. In diesem Zeitraum können Austauschschüler alle Phasen dieses Kreislaufs, alle Bestandteile des Lebens in unserem Land miterleben. Beim Abschied haben viele Familien und Jugendliche den Eindruck, dass das Jahr eine sehr kurze Zeit war.

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Ist unsere Familie geeignet?

Austauschschülerin mit ihren GastelternGrundsätzlich ist jede Familie als Gastfamilie geeignet, ob in einem großen Haus oder in einer Mietwohnung, ob mit oder ohne Kinder. Häufig nehmen auch Eltern, die beruflich sehr engagiert und selten zu Hause sind, an unserem Aufnahmeprogramm teil.

Es kommt auch nicht darauf an, den Jugendlichen eine luxuriöse Unterbringung und ein besonderes Besichtigungsprogramm zu bieten. Vielmehr geht es um die herzliche Aufnahme eines jungen Menschen aus einer anderen Kultur. Es geht um die Möglichkeit, den Familienalltag mitzuerleben, und um echte Integration in die Familie.

Es gibt allerdings eine grundsätzliche Voraussetzung: Die Jugendlichen, die nach Deutschland kommen, sollen als Familienmitglied mit allen Rechten und Pflichten am Alltagsleben teilnehmen – und nicht als Au-Pair-Hilfe oder als Hotelgast angesehen werden.

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Wer passt in unsere Familie?

Es ist natürlich eine Frage der gegenseitigen Sympathie und Zuneigung, wie das Zusammenleben von Gastfamilie und Austauschschüler funktioniert. Wir sind uns darüber im Klaren, dass Sympathie und Zuneigung nicht zu planen oder zu garantieren sind – wir versuchen aber, möglichst günstige Voraussetzungen für das Zusammenleben zu schaffen.

Mit der Gastfamilie für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft jubelnBei der Auswahl eines Jugendlichen für eine Gastfamilie achten wir darauf, dass die Beteiligten möglichst gut zueinander passen. Deshalb ist es für uns wichtig, die Lebensweisen der Familien, ihre Interessen und Hobbys kennen zu lernen. Dazu benötigen wir einen ausgefüllten Gastgeberbogen. Außerdem besuchen ehrenamtliche Mitarbeiter interessierte Familien zum persönlichen Kennenlernen.

Etwa vier Monate vor Anreise der Jugendlichen beginnen wir mit der Zuordnung von Gastfamilien und Austauschschülern. Es gibt zwei Möglichkeiten: Gastfamilien können entweder aus mehreren Unterlagen ihr „neues Kind“ auswählen – oder sich einfach überraschen lassen. Das bedeutet, erfahrene YFU-Mitarbeiter schlagen den Familien einen Austauschschüler vor, der aus unserer Sicht gut in die Familie passen könnte.

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Was passiert bei Konflikten?

Probleme beim Zusammenleben kann es immer geben, wenn man ein Jahr miteinander verbringt – das gilt natürlich auch für die Aufnahme eines Austauschschülers.

Wir betrachten es als ein Ziel unserer Programme, dass sich die Beteiligten über solche Konflikte auseinander setzen und sie gemeinsam lösen. Wir sprechen bei unseren Seminaren & Treffen über das kommunikative „Handwerkszeug“, das man für die konstruktive Lösung von Problemen benötigt. Darüber hinaus versuchen wir, mit der persönlichen Betreuung durch YFU-Ehemalige jede mögliche Hilfe zu bieten.

Unsere Erfahrung zeigt, dass gemeinsam bewältigte Krisen durchaus positive Seiten haben: Oft sprechen gerade Familien und Gastkinder, die Konflikte gemeistert haben, im Rückblick von einem besonders wertvollen und intensiven Jahr.

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Wann gibt es Familienwechsel?

Manchmal entstehen Konflikte zwischen Gastfamilie und Austausch­schülern, die nicht gelöst werden können. Die „Chemie“ stimmt einfach nicht oder es gibt zu wenige Gemeinsamkeiten. Bevor die Spannungen zu groß werden und die gemeinsame Zeit nur noch als Quälerei empfunden wird, ist es sinnvoll, sich zu trennen.

In diesen Fällen organisieren wir den Umzug des Austauschschülers in eine andere Familie. Damit keine der beteiligten Seiten sich schuldig fühlt, sollte es vor einem Familienwechsel unbedingt ein klärendes Gespräch geben. YFU verfügt über Gastfamilien, die einen Jugendlichen in solchen Fällen aufnehmen – im Notfall auch von heute auf morgen.

YFU als Organisation, unsere Betreuer und unsere Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben jahrelange Erfahrung im Umgang mit Krisen­situationen im Austausch. Gastfamilien und Jugendliche können sich darauf verlassen, dass wir immer erreichbar sind und gern unsere Hilfe anbieten, wenn es Konflikte gibt.

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Wann gibt es Programmabbrüche?

Nur selten brechen einzelne Schülerinnen oder Schüler ihre Teilnahme am Austauschprogramm ab. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre waren es etwa drei Prozent der Jugendlichen.

Einige mögliche Gründe, die Austauschschüler frühzeitig in ihr Heimatland zurückkehren lassen, sind zu starkes Heimweh, Überforderung oder unüberwindbare Schwierigkeiten mit der Anpassung an das Leben in Deutschland. In diesen Fällen organisiert YFU eine frühere Rückreise.

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Wofür verwendet YFU den Programmbeitrag der Schüler?

Gasteltern und ihr AustauschschülerDie Teilnahme am Austauschprogramm von YFU kostet in fast allen Partnerländern und auch in Deutschland ab 3.500 Euro. Dieser Betrag erscheint auf den ersten Blick sehr hoch. Deshalb zeigen wir an dieser Stelle, wie die Kosten für den Austausch entstehen.

Wir garantieren, dass die Beiträge der Jugendlichen ausschließlich für die Organisation unserer Programme verwendet werden.
Mit den Teilnahmebeiträgen werden zunächst Kosten gedeckt, die im Heimatland der Jugendlichen entstehen. Dabei handelt es sich um Kosten für folgende Leistungen unserer Partnerorganisationen:

  • Organisatorischer Gesamtablauf
  • Ausschreibung der Programme
  • Bearbeitung von Bewerbungen
  • Organisation der Auswahlen
  • Vorbereitungstreffen und Orientierungsseminare
  • Reisekosten
  • Krankenversicherungen

Ein Teil des Betrags wird an das jeweilige Aufnahmeland weitergegeben.

Als Aufnahmeland trägt YFU Deutschland die Kosten für folgende Aufgaben:

  • Suche nach geeigneten Gastfamilien
  • Organisation der Zuordnung von Gastfamilien und Jugendlichen
  • Kontaktaufnahme und -pflege mit Schulen
  • Unterstützung bei Reisevorbereitungen
  • Organisation der Seminare in Deutschland (Orientierungs-, Mittel-, und Re-Entry-Seminare, YES, Kulturstreifzüge)
  • Organisation der individuellen Betreuung für alle Programmteilnehmer
  • Schulung und Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter
  • Betreuung der Familien und Schüler in Krisensituationen
  • Organisation von Treffen für Gastfamilien

Neben diesen Aufwendungen entstehen Verwaltungs- und Personalkosten in der YFU-Geschäftsstelle, die wir möglichst niedrig halten. Es ist uns wichtig, unsere Programme mit qualifizierten ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern durchzuführen, um alle Teilnehmer jederzeit angemessen zu unterstützen.

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© 2005-2010 Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V.
 

„Was ich von Deutschland vermisse: täglich staubsaugen, deutsche Bettwäsche und frische Brötchen - aber am meisten meine Gastfamilie!“

Rebecca Henderson
Austauschschülerin aus den USA